© 2017-2019  by PrimeStyle  - Alle Rechte vorbehalten

  • LinkedIn - Weiß, Kreis,

"Vogue loves Breuninger"-Event (21. Oktober 2017): Von Stuttgart als "Modestadt" und starken Frauen hinter deutschen Labels

October 24, 2017

 

 

Stuttgart, eine "Modestadt"?! 

 

Seit fast 20 Jahren lebe ich nun in Stuttgart. Anfangs war unser Verhältnis zugegebenermaßen etwas mühsam, inzwischen habe ich mich jedoch zum treuen Stuttgart-Fan entwickelt. Die schwäbische Metropole beschreibe ich Ortsunkundigen meist mit Begriffen wie „Auto-Stadt“ und „liebenswert bodenständig“. Meine restlichen Ausführungen variieren abhängig vom Gesprächspartner und beziehen sich meist auf Themen wie Industrie, Gastronomie oder Kehrwoche.

Noch nie aber kam mir die Bezeichnung „Modestadt“ in Zusammenhang mit Stuttgart in den Sinn.  Offensichtlich zu Unrecht. Denn selbst Christiane Arp, Chefredakteurin der deutschen Vogue, hat bei der Auftaktveranstaltung zu „Vogue loves Breuninger“ am vergangenen Samstag (21. Oktober 2017) Stuttgart als ebensolche gewürdigt. Wie schön! Denn nicht nur während meiner Weiterbildung an der schicken Akademie für Mode und Design AMD in München fühlte ich mich bisweilen etwas benachteiligt - um nicht zu sagen provinziell - beim Smalltalk mit der Sitznachbarin, wenn die Rede auf den Wohnort kam. Doch das gehört jetzt der Vergangenheit an! Ich lebe in einer Modestadt!

 

„Vogue loves Breuninger“ – mehr als ein blosser Fashion-Event: Mit acht Fashion Shows auf dem schwebenden Laufsteg, über 60 Aktionen & Specials, und einer tollen Mischung aus geschätzten 50.000 Besuchern 

 

Obwohl ich - statt der geplanten zwei Stunden - sage und schreibe acht (!) Stunden vor Ort war, habe ich es nicht ansatzweise geschafft, alle Fashion Shows über dem schwebenden Laufsteg zu verfolgen (die da waren: Hugo Boss, Ted Baker, Bogner, Riani, Luisa Cerano, Fabiana Filippi, Talbot Runhof, ba&sh). Ganz zu schweigen von den mehr als 60 Aktionen im Haus, die von der Personalisierung und Individualisierung von Kleidungs- und Schmuckstücken über Saft-, Prosecco- und Gin-Bars bis hin zu zahlreichen Fotoboxen und Gewinnspielen reichten. Sogar ein Tattoo konnten sich mutige und spontane Besucher*innen stechen lassen. Der Schlange am Tattoo-Desk nach zu urteilen, sind die Stuttgarter sehr mutig...

 

Ein ganzer Tag im Stuttgarter Fashion- & Lifestyle  Kosmos, das bedeutet: Viele Bekannte treffen (die man teilweise monatelang nicht gesehen hat). Sich vom Geschehen inspirieren lassen und in eine Welt voller schöner Dinge träumen. Zwischendurch die nahegelegenen Gastronomie-Betriebe zur Stärkung aufsuchen. Die bunte Besucher-Mischung betrachten (von der Fashionista- und Blogger-Fraktion über junge Paare und Familien bis hin zu den Best-Agern war alles vertreten). Und mit unterschiedlichsten Leuten ganz einfach ins Gespräch kommen – auch nicht alltäglich in Stuttgart, zumindest nicht für mich.

Die Stimmung war gut, und alle schienen sich zu freuen ob des internationalen Flairs, das da durch die Karlspassage wehte, in Richtung des hippen Dorotheen Quartiers und zurück zum Stuttgarter Traditionskaufhaus Breuninger. Ein Beispiel, das mir in diesem Zusammenhang übrigens noch lange im Gedächtnis bleiben wird, war die Unterhaltung mit einer bemerkenswert schönen Dame mittleren Alters, die mich in der Kassenschlange nach meiner Bluse fragte, um mir dann – von mir wiederum angesprochen auf ihre aparte Erscheinung -  in schönstem Schwäbisch zu erzählen, dass sie seit 75 (!) Jahren viel Wert auf Ihre äußere Erscheinung legt. Nicht aus eitlen oder oberflächlichen Motiven. Sondern weil sie sich dadurch einfach besser fühlt. Und genau das hat sie auch ausgestrahlt. Am liebsten hätte ich sie vom Fleck weg engagiert.

 

Persönliches Highlight: Starke Unternehmerinnen – ganz nah.

 

1. RIANI - MARTINA & MONA BUCKENMAIER MIT TEAM

 

Nicht nur von Berufs-Wegen interessieren mich die Menschen hinter den Marken. Das Riani-Team wollte ich zudem insbesondere aus nostalgischen Gründen treffen: vor fast 20 Jahren habe ich ein Praktikum bei diesem Label gemacht, das seinen Hauptsitz nach wie vor in Schorndorf, ca. 30 km östlich von Stuttgart, hat. Damals hatte RIANI wahrlich nicht die heutige Bekanntheit, sondern war für mich eher ein kleines Juwel im Dornröschenschlaf. Inzwischen ist die Marke weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erfolgreich, mit zahlreichen Showrooms quer über den Globus und spektakulären Shows auf der Fashion Week in Berlin – sicherlich auch der Verdienst der Ehefrau des Firmengründers, Martina Buckenmaier (in der Bildmitte in schwarzem Oberteil), die dem Unternehmen zusammen mit ihrem Mann vorsteht. Trotz aller internationalen Bekanntheit und der Präsenz in den sozialen Medien hat sich RIANI als Familienunternehmen die „sympathische Bodenständigkeit“ bewahrt, die es sich auf die Fahne geschrieben hat: CEO Martina Buckenmaier erklärt mir detailliert anhand des RIANI Style Books die Fimenphilosophie, während Tochter Mona (auf dem Bild rechts neben ihrer Mutter Martina) das T-Shirt, das ich personalisieren lassen will, zur Kasse trägt, damit ich mich in Ruhe weiter umsehen kann. Chapeau! Ich stehe total auf diese Art von Kundenkommunikation - und solche vermeintlichen „Kleinigkeiten“ im (Kunden-)Service dürfen sich in Deutschland gerne weiterverbreiten. 

 

(RIANI-Personalisierungsaktion: Für die Beschreibung bitte auf das jeweilige Bild in der Fotogalerie klicken)

 
2. JUVIA - JUDITH DOMMERMUTH

 

Das Label JUVIA kannte ich bisher in erster Linie von großen Anzeigen in den Print-Medien – ich wusste aber auch, dass die Gründerin Judith Dommermuth mit dem Internet-Millardär Ralph Dommermuth verheiratet ist (ich lese schließlich nicht nur Boulevard-Blätter, sondern auch ab und zu Wirtschaftsmagazine …). Nun drängt sich in solchen Fällen ja gerne mal der Gedanke auf: „Gutsituierte Ehefrau + eigenes Modelabel = Zeitvertreib / Hobby“.

 

Mitnichten! Frau Dommermuth erfüllt so gar nicht das Klischee der reichen Unternehmergattin, wie sie da an diesem Samstag Vormittag zusammen mit einem kleinen Team an ihrer Fotobox steht, um die sich zahlreiche Besucher*innen drängen. Ganz unprätentiös, gekleidet in der „urbanen Loungewear“ ihres Labels, die Haare zum kleinen Zopf gebunden. Diskutiert fröhlich mit den Besucher*innen die Auswahl an lustigen Requisiten für die Fotobox und gibt Tipps zum Posen. Als ich endlich an die Reihe komme (ich möchte auch so ein Foto, das Licht ist so schmeichelnd), frage ich sie allen Ernstes als Opener: „Sind Sie die Frau Dommermuth?“ Gleich danach will ich im Boden versinken…wer soll es denn sonst sein?! Steht doch so in der Aktionsübersicht, die ich sorgsam verwahrt in der Tasche habe! Böse Stereotypen in meinem Hirn, geht hinfort!

Judith Dommermuth scheint sich aber ehrlich über das Interesse an ihrem Stand zu freuen – und auch, dass ich sie angesprochen habe. Sie erzählt vom Firmensitz in Köln und ihrer Ursprungsidee, „Wohlfühlklamotten, die kuschelig aber trotzdem schön sind“ auf den Markt zu bringen. So wie sie da steht, nimmt man ihr gerne ab, dass sie für den Erfolg Ihres Unternehmens allein verantwortlich ist, und dafür auch selbst die Ärmel hochkrempelt. Dem Manager Magazin hat sie mal gesagt: "Ich bin einfach nicht der Typ fürs Nichtstun, ich habe immer mein eigenes Ding gemacht". Das nehm ich ihr ab – sofort!

 

 

3. GABRIELE FRANTZEN

 

Die Münchner Designerin Gabriele Frantzen, die seit 2010 auch ein Büro in New York hat, ist bekannt für ihren Statement Schmuck und ihre Accessoires, die von Armbändern über Taschenanhänger bis hin zu Pelzkrägen reichen. Die Schulterriemen, mit der man der eigenen Handtasche im Handumdrehen ein Upgrade verpassen kann, haben es mir besonders angetan. Gabriele Frantzen war leider nicht persönlich vor Ort, als ich da war. Und ich hätte sie wirklich gerne getroffen – nicht nur, um zu erfahren, was es für ein relativ junges Unternehmen bedeutet, wenn plötzlich Stilikonen von Olivia Palermo bis Leandra Medine ("Man Repeller") die eigenen Accessoires tragen. Sondern vor allem, um sie zu Ihren persönlichen Stilgeheimnissen zu befragen. Im Interview mit Harper’s Bazaar hatte sich Gabriele Frantzen unmissverständlich zu ihrem eigenen Stil bekannt - und der beinhaltet ganz klar, dass sie nicht jedem Trend hinterherläuft, sondern sich in erster Linie an ihrem eigenen Körper orientiert. Das ist genau die Message, die ich meinen Kund*innen und Leser*innen seit Jahren vermittle, denn auch ich bin der Meinung: Ein Kleidungsstück kann wunderschön sein. Das heißt aber nicht, dass es auch zwangsläufig an mir wunderschön aussieht. Und deswegen ist es immer hilfreich, den eigenen Körper und Typ genau zu kennen. 

 

 

 

 
In Zukunft werde ich öfter in der Stadt statt am Computer bummeln

 

Ich bin bekennender Online Shopper, denn ich schätze die Möglichkeit, dass ich die virtuelle Einkaufswelt bequem von Sofa aus zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichen kann, ohne mir Gedanken über Öffnungszeiten machen zu müssen. Ich kenne die von mir bevorzugten Labels, und ich weiß, welche Größen ich bestellen muss, damit ich nicht viel Zeit mit Retouren verbringen muss. Aber mein persönlicher Fashion-Tag in Stuttgart hat es mir wieder deutlich vor Augen geführt: nichts in der virtuellen Welt kann das Gefühl ersetzen, das man hat, wenn man in einen „echten“ Laden geht, in dem tolle Sachen liebevoll zur Schau gestellt werden. Wenn man Materialien befühlen kann. Farben und Schnitte an sich selbst beurteilen kann anstatt sich auf das Computer-Display verlassen zu müssen. Und im Fall des „Vogue loves Breuninger“ Events: wenn man auch noch die Möglichkeit hat, mit echten „Macherinnen“ zu sprechen, die sich viel Mühe geben, um ihre Kundinnen schöner zu machen und ihnen ein echtes Wohlgefühl zu geben. In Zukunft werde ich weniger Zeit in der virtuellen Welt verbringen – das habe ich mir fest vorgenommen. Und statt nur im Urlaub durch die Läden zu bummeln, werde ich das künftig öfter auch in meiner Heimatstadt tun, denn eines ist sicher: Stuttgart kann Style.   

 

 

Weitere Impressionen eines ereignisreichen Events

(für eine Beschreibung klicken Sie bitte auf das jeweilige Bild in der Galerie)

 

 

Please reload

Empfohlene Einträge

Messeauftritt - Messeoutfit: Sneakers statt Stilettos beim Automobilsalon in Genf.

March 18, 2018

1/2
Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload

Archiv